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Wo wird was verlegt

Für jeden Bereich in und am Haus gibt es die passende Fliese - und bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass sie nicht nur optisch-ästhetischen, sondern auch funktionalen Ansprüchen gerecht wird. Fliesen, die für die Küche bestimmt sind, können nicht auf der Terrasse Verwendung finden, Badezimmer-Fliesen passen - rein von der materiellen Beschaffenheit her - nicht in den Wohnbereich. Und umgekehrt. Fachbegriffe wie Steingut, Steinzeug, cotto, monocottura, bicottura etc. mögen dem Keramikkundigen eine Orientierungshilfe bei der Auswahl der adäquaten Fliese sein, wesentlich jedoch sind die im folgenden aufgeführten Eigenschaften. Sie wurden erst kürzlich in Kooperation aller europäischen Länder, unter diesen auch die Bundesrepublik Deutschland, als Norm anerkannt. Italienische Fliesen entsprechen diesen vom CEN* erarbeiteten Normen auf der ganzen Linie. Entsprechende Prüfzertifikate sind auf Wunsch erhältlich. Sie belegen, dass die keramischen Produkte vor dem Verkauf verschiedenen Tests unterzogen wurden, deren Ergebnisse wesentliche Auskünfte über die keramische Qualität geben.

Die geprüften Fliesen werden 4 Beanspruchungsgruppen zugeordnet:

Die Beanspruchungsgruppe 1 umfasst den sanitären Bereich in Privathäusernder mit glasierten Fliesen ausgestattet und nur mit weich besohlten Schuhen begangen wird.

Zur Beanspruchungsgruppe 2 zählen glasierte keramische Bodenbeläge für mittlere Beanspruchungenwie sie im privaten Wohnbereich anfallen (geringe kratzende Beanspruchung).

Dielen, Büros, Ausstellungsräume, Balkons und Terrassen ordnet man der Beanspruchungsgruppe 3 zu. Die hier verlegten Fliesen halten mittelstarken Beanspruchungen stand.

Starker Belastung durch z.B. kratzenden Schmutz sind keramische Bodenbeläge der Beanspruchungsgruppe 4 gewachsen. Sie werden bevorzugt in Arbeitsräumen, Eingängen, Restaurants, Ausstellungsräumen und Geschäften verlegtalso überall dort, wo eine besonders hohe Abriebsfestigkeit erforderlich ist. Die extreme Feuerfestigkeit der Boden- und Wandkeramik ist zudem ein weiterer Entscheidungsgrund, in privat und geschäftlich genutzten Bereichen italienische Fliesen und Platten einzusetzen. Kaum ein anderer Werkstoff bietet einen vergleichbar hohen Schutz und gleichzeitig eine derartige Vielfalt an Dekorationsmöglichkeiten. Darüber hinaus ist auch die chemische Beständigkeit der Fliese für den Bauherrn von Bedeutung. Zwei Normen bestimmen hier die umfassenden Prüfverfahren - die EN = Europäische Norm 106 für alle unglasierten keramischen Fliesen; die EN 122 für alle glasierten.

Sowohl glasierte als auch unglasierte keramische Bodenbeläge sind gegen alle im Handel erhältlichen Reinigungsmittel beständig. Und die schmutzabweisenden Oberflächen der Keramik benötigen keine starken Reiniger, um makellose Sauberkeit und Hygiene zu gewährleisten. Oft reicht Wasser vollkommen aus. Und hat keinerlei negativen Effekt auf die verlegten Fliesen und Platten. Glasierte Keramik für Boden und Wand ist absolut wasserundurchlässigUnglasierte Keramik nimmt zu einem geringen Prozentsatz Wasser auf. Dies ist durch ihre poröse Oberfläche naturgegeben.

Ebenfalls wichtig für den Bauherrn sind Informationen über das Dehnungsverhalten der zu verlegenden Fliesen. Durch die EN 103 wurde ein Prüfverfahren festgelegt, das den thermischen Ausdehnungskoeffizienten ermittelt.

Die Biegefestigkeit ist ein weiterer zu überprüfender Qualitätsfaktor der Fliese.
Sie wird geprüft durch einen Test, der in der EN 101 festgelegt wird - und ist vor allem von der Qualität der Fliesenverlegung abhängig. Diese sollte so sorgfältig wie die Wahl der Fliese überdacht und ausgeführt werden. Denn die Verlegung hat maßgeblichen Anteil daran, dass die keramischen Bodenbeläge alle Erwartungen optimal erfüllen.